Was ist Lichtkunst?

Dass Licht mehr kann, als man zunächst denkt, hat Christopher Bauder mit vielen seiner Werke bewiesen. Seine Leidenschaft ist die Lichtkunst. Uns erklärt der passionierte Designer was Lichtkunst für ihn bedeutet und was ihn in seiner Arbeit inspiriert.

Was sind die Zutaten für eine gute Lichtshow?

Lichtkunst ist für mich eine Möglichkeit Emotionen rein über die abstrakte Kombination von Licht, Bewegung und meist Musik zu erzeugen. Es gibt also kein bestimmtes Erfolgsrezept für eine gute Lichtinstallation oder Lichtshow. Manchmal reicht ein einfaches Spiel von Licht und Schatten mit wenig Technik, manchmal benötige ich ganze Lastwagenladungen voll Material um ein Lichtkunstwerk zum Leben zu erwecken. In jedem Fall steht aber nie die Technik im Vordergrund, sondern immer ausschließlich die Wirkung des Lichts. Die meisten meiner Lichtkunstwerke werden am Rechner geplant und am Ende durch selbst entwickelte Softwares gesteuert.

Seine Werke plant Bauder meist am Computer, bevor sie in die Tat umgesetzt werden.

Was ist der Hauptbestandteil deiner Lichtkunstwerke und welchen Zweck verfolgen sie?

Ich arbeite hauptsächlich mit künstlichen technischen Lichtquellen wie LED, OLED oder Laser. Licht ist für mich hierbei wie ein Material, das sich durch technische Hilfsmittel formen, bewegen und variieren lässt. Aber auch natürliches Licht versuche ich in Verbindung mit Mechanik, Elektronik und Software zu animieren. Dabei spielt das Spiel von Licht und Schatten im kontrollierten Wechsel eine entscheidende Rolle.

Meine Lichtkunst ist als reine Stimulation der Sinne gedacht. Ich versuche damit einfache Emotionen auf niedrigster Ebene zu erzeugen. Der Mensch reagiert sehr empfindsam auf die Wechselwirkung von Licht und Bewegung. So lässt sich mit Hilfe von Farbe, Intensität und Rhythmus ein Gefühl von Freude oder Aggression erzeugen und lenken. Wenn die Besucher in den Bann des Lichts gezogen werden, kann man mit ihnen spielen. Für einen kurzen Moment vergessen sie Zeit, Raum und Alltag. Wenn das gelingt, ist das Kunstwerk ein Erfolg.

Welches Lichtkunstwerk hat dich bisher am meisten beeindruckt und was sind deine Inspirationsquellen?

Am meisten beeindruckt hat mich ein ganz kleines Werk des großen Lichtkünstlers James Turrell im Lenbachhaus in München Ende der 90er Jahre. Im Prinzip nur ein fensterartiger Ausschnitt in der Wand, der mit grün-blauem Licht ausgeleuchtet war. Die Lichtquelle konnte man dabei gar nicht sehen. Dadurch war das Licht für mich nicht greifbar und hatte trotzdem eine starke Präsenz.

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Die Wedgeworks von Künstler James Turell beeindrucken den Lichtdesigner.

Mich inspiriert ganz direkt die sehr eigene Qualität und Unterschiedlichkeit der verschiedenen Lichtquellen. Laserlicht hat eine unglaublich schillernde Magie und fast etwas starres, greifbares. Hingegen wirkt LED Licht sehr diffus und gesättigt, wie ein weiches formbares Material. Feuer wiederum ist sehr lebendig und schwer zähmbar. Auf der anderen Seite hat Tageslicht ein unglaubliches Spektrum an Wirkungsweisen je nachdem wie, wo und wann es wahrgenommen wird. Die Herausforderung bei der Arbeit mit Licht ist etwas nicht physisch Greifbares trotzdem zu formen und über die Zeit zu verändern.

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