Wasserstoffauto oder E-Auto: Zukunft der Elektromobilität.

Das einst bewährte Erfolgsrezept der Autoindustrie, immer größere und leistungsstärkere Autos herzustellen, gilt als nicht mehr zukunftsfähig. In Zeiten des Klimawandels sind Alternativen gefragt: Wasserstoffauto oder E-Auto? Alles über die Zukunft der Elektromobilität.

Wasserstoffautos oder Elektroautos?

Auch wenn Verbrennungsmotoren mittelfristig gesehen weiterhin den größten Teil der weltweit produzierten Neuwagen ausmachen werden: Schon jetzt steigt der Marktanteil für Wasserstoffautos und E-Autos. Experten waren sich (und sind sich immer noch) uneins darüber, welche Alternative sich durchsetzen wird.

Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb punkten gegenüber E-Fahrzeugen zum Beispiel mit mit einem kleineren Akku und den damit verbundenen Umwelteinflüssen. Allerdings können auch auf diesem Gebiet neue Entwicklungen beobachtet werden – zum Beispiel Mehrwegbatterien. Generell gibt es noch weitere Alternativen zur reinen Elektromobilität, jedoch gilt sie derzeit noch als zentraler Baustein eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems.

Das wachsende Interesse an Brennstoffzellenautos lässt jedoch vermuten, dass batteriebetriebene Elektrofahrzeuge nur ein Zwischenschritt auf dem Weg in die emissionsfreie Zukunft sind. Könnte das tatsächlich der Fall sein?

Ein Blick auf den Weltmarkt für Wasserstoffautos.

Zu den größten Befürwortern und Produzenten von Wasserstoffautos als Ersatz für Benzin und Diesel gehören Autohersteller aus Japan und Südkorea. Gegenwärtig stechen vor allem drei Wasserstoff-Modelle aus dem Land der aufgehenden Sonne hervor:

  • Hyundai NEXO
  • Toyota Mirai
  • Honda Clarity Fuel Cell

Der Hintergrund: Die japanische Regierung will Wasserstoffautos massentauglich machen und fördert den Neukauf mit attraktiven Subventionen. Davon profitieren zuallererst die Hersteller. Kein anderes Land setzt so ausgeprägt auf Wasserstoffautos – und befindet sich damit nahezu allein auf weiter Flur.

Aber auch das Autoland Deutschland will es langsam, aber sicher zu einer wettbewerbsfähigen Position auf dem Weltmarkt schaffen. Vor kurzem kündigte BMW an, bis zum Jahr 2022 eine Kleinflotte des wasserstoffbetriebenen BMW X5 zu bauen.

Ein E-Auto lädt an einer Tesla Super Charger Station
Elektro- oder Wasserstoffauto? Welche Technologie wird sich auf Dauer durchsetzen können?

Wasserstoffautos: Das steckt dahinter.

Ein vollends sauberer Kraftstoff ohne schädliche Emissionen: Das Versprechen von Wasserstoff klingt in der Tat vielversprechend. Wasserstoffautos sind grundsätzlich Elektroautos mit Kraftstofftank. Sie bieten die gleiche Leistung wie ein batteriebetriebenes E-Auto, verfügen jedoch über eine größere Reichweite als die Elektro-Konkurrenz. Wie das sein kann? Die Tankzeiten sind vergleichbar mit denen von Benzinautos, wodurch häufige und lange Ladestopps wie beim E-Auto vermieden werden. Auch beim Thema Langlebigkeit ist die Ressource Wasserstoff konkurrenzlos: Es ist das am häufigsten vorkommende Element in unserem Universum.

Was die Kritiker über Wasserstoffautos sagen.

Wenn es um die Kritik an Wasserstoffautos geht, stehen stets zwei Themen im Vordergrund: die Sicherheit und die Infrastruktur für die Versorgung mit Wasserstoff. Aber: Jede Kraftstoffquelle hat ihre Mängel, und Wasserstoff steht im Vergleich zu seinen Konkurrenten gar nicht so schlecht dar.

Ja, Brennstoffzellentanks könnten bei einem Unfall explodieren. Doch normale Kraftstofftanks sind ebenso gefährdet. Die Wasserstofftanks können noch weiter verbessert und sicherer gemacht werden – wie es vor Jahren schon bei Benzinern und Dieselfahrzeugen der Fall war. Was die Versorgung mit Wasserstoff angeht, sollte es kein Problem sein, Tankstellen auf die zukünftige Nachfrage hin zu optimieren, ähnlich wie es derzeit bei E-Ladestationen der Fall ist.

Tankdeckel eines Autos mit Wasserstoffbeschriftung.
Der Weg zum Ausbau der Infrastruktur für die Versorgung mit Wasserstoff ist in Deutschland noch lang.

Die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffautos hängt von vielen Faktoren ab.

Derzeit sind Wasserstoffautos und E-Autos oftmals teurer als Verbrenner, selbst unter Berücksichtigung von Subventionen. Aber: Ein Blick auf die meistverkauften E-Autos im Jahr 2019 zeigt, dass Verbraucher dazu bereit sind, die zunächst höheren Kosten zu tragen. Denn obwohl der initiale Preis höher ist, rentiert sich der Kauf auf lange Sicht.

Im Vergleich dazu existieren für Wasserstoffautos attraktive Angebote: In Japan zum Beispiel bekommen wasserstoffbetriebene Leasing-Fahrzeuge drei Jahre lang den Kraftstoff geschenkt. Dies ist aber offensichtlich keine langfristige Lösung. Wenn Wasserstoffautos richtig konkurrenzfähig werden sollen, muss der Kraftstoff weitaus billiger werden als Benzin. Dies kann entweder durch eine effizientere und günstigere Wasserstoffgewinnung geschehen oder dadurch, dass der Ölpreis drastisch steigt. Beide Szenarien könnten irgendwann eintreffen, aber bis es soweit ist, werden wohl E-Autos die unmittelbare Zukunft zu sein. Bis dahin sind und bleiben Wasserstoffautos eine vielversprechende Technologie.

Ein großes Thema in diesem Zusammenhang ist auch die Tankstelleninfrastruktur. In Deutschland gibt es derzeit (Stand: Juli 2020) 84 rund um die Uhr öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen zu denen sich noch einige weitere Tankmöglichkeiten, wie zum Beispiel Tankstellen auf Firmengeländen, gesellen. Bei unseren europäischen Nachbarn kann man die Tankmöglichkeiten mitunter an einer Hand abzählen. Dementsprechend kann von einem praktisch nutzbaren Netz momentan noch nicht die Rede sein. Allerdings sind sogenannte Hydrogen Highways vielerorts in Planung. Gemeint sind Straßen beziehungsweise Straßenabschnitte, an denen die Kraftstoffversorgung durch Wasserstofftankstellen gewährleistet ist. Hierzulande erfolgt der Aufbau des Tankstellennetzes zuvörderst in sieben Regionen: Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart und München.

Wasserstoffauto oder Elektroauto – Hauptsache nachhaltig.

Ob Wasserstoffauto oder E-Auto – der eigentliche Gewinner wird unsere Umwelt sein. Denn beide Antriebstypen machen uns unabhängiger von Öl. Und das ist gut so, denn die eigentliche Herausforderung sind der Klimawandel und die dringende Notwendigkeit, die Emissionen zu reduzieren.

Die weltweite Nachfrage nach alternativer Mobilität wird angesichts schrumpfender Ölreserven und höherer Ölpreise steigen – was wiederum wesentliche Veränderungen in unserem Verhalten bewirkt. Das reicht aber nicht aus. Alternative Mobilität mit Wasserstoffautos und E-Autos muss in ein modernisiertes Verkehrskonzept integriert werden – ergänzt durch eine nachhaltigere Stadtplanung, die Förderung neuer E-Bikes und die Subventionierung öffentlicher Verkehrsmittel.

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