Xiaomi-Smartphones aus China: Supergünstig, aber auch gut?

Wer glaubt, mit Huawei, Lenovo, ZTE und vielleicht noch Oppo alle Hersteller von chinesischen Smartphones zu kennen, liegt falsch: Seit einigen Jahren mischen Xiaomi-Smartphones den Markt kräftig auf. Und das, obwohl das Unternehmen bislang nicht einmal eine deutsche Dependance hat. Was die China-Handys von Xiaomi können, was das Unternehmen für eine Erfolgsgeschichte hingelegt hat und wie sich der komische Name ausspricht, sagen wir hier!

Der Name Xiaomi – von wegen Schall und Rauch!

Fangen wir mit der Aussprache von Xiaomi an: Heißt es „Ksi-a-omi“ oder „Ksi-au-mi“? Weder noch! Das „X“ klingt im Chinesischen weich, das „i“ wird kaum betont. Die (einigermaßen) korrekte Aussprache lautet daher „Schau-mi“. Der Name setzt sich aus den Schriftzeichen für „klein“ und „Reis“, zusammengesetzt bedeuten die Zeichen „Hirse“. Na dann …

„Hirse“ stehe, so Firmengründer und CEO Lei Jun, für die bescheidenen Anfänge des Unternehmens ebenso wie für die Tatsache, dass die Firma bei ihren Produkten auf jedes noch so kleine Detail achte. Außerdem beruft sich Lei auf ein altes buddhistisches Sprichwort, wonach ein winziges Reiskorn irgendwann so groß und bedeutsam werden könne wie ein Berg.

Produktbild von altem Xiaomi-Modell
Altes Smartphone-Modell von Xiaomi

Xiaomi-Smartphones: Kampfansage mit Kampfpreisen.

Besagter Lei Jun hob das Unternehmen 2010 aus der Taufe. Das erste Xiaomi-Smartphone trug die Bezeichnung MI 1 und sollte den Beweis antreten, dass hochwertige Mobiltelefone zu günstigen Preisen verkauft werden können. Xiaomi begnügte sich zu diesem Zwecke mit einer kleinen Gewinnmarge. Das freute die Kunden – Xiaomi setzte zum Höhenflug an, der bis heute andauert.

Bereits im ersten Halbjahr 2012 setzte das Unternehmen 810 Millionen Euro um, im Juli 2018 folgte der Börsengang. Im gleichen Jahr lieferte Xiaomi 120,3 Millionen China-Handys aus, kam auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent und war der weltweit viertgrößte Handyproduzent – nach Samsung, Apple und Huawei. Und während die Platzhirsche Samsung und Apple beim Wachstum Minuszahlen ausweisen mussten, konnte Xiaomi ein sattes Plus von 31,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Derzeit liegt der Marktanteil bei knapp 10 Prozent.

Neben Mobiltelefonen stellt Xiaomi weitere Elektronikartikel wie Streaming-Boxen und Fitness-Tracker her. In Deutschland, wo das Unternehmen offiziell nicht vertreten ist, bekommst du die Produkte online, die beiden großen Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn haben sie auch im Angebot.

Das aktuelle Flaggschiff-Smartphone von Xiaomi im Video:

Was macht Xiaomi-Smartphones besonders?

Xiaomi-Handys sind günstig – und zwar richtig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist oft hervorragend. Allein das macht die Marke interessant für viele Menschen, die ein Smartphone mit guter Ausstattung suchen, aber keine Unsummen ausgeben wollen. Der Hersteller kann seine China-Handys so billig anbieten, da er einerseits nach wie vor mit niedrigen Margen kalkuliert und andererseits neben Smartphones noch weitere Standbeine hat: Haushaltsartikel, E-Bikes und Internetdienstleistungen zum Beispiel. Die Quersubventionierung des Handy-Geschäfts erlaubt es Xiaomi, an der Kampfpreispolitik festzuhalten.

Die von Xiaomi entwickelte Benutzeroberfläche MIUI (von „Me, You, I“) erfreut sich ebenfalls bei vielen Nutzern großer Beliebtheit. Das liegt nicht nur daran, dass sie prima funktioniert. MIUI lässt sich zudem optisch individuell gestalten, bekommt jahrelangen Support und Updates auch für ältere Smartphones und ist bei jedem Xiaomi-Gerät komplett mit sämtlichen Features installiert – im Gegensatz etwa zu Samsungs TouchWiz, das bei günstigeren Modellen nur in abgespeckter Version daherkommt.

Welche Smartphone-Reihen bietet Xiaomi an?

Xiaomi-Smartphones sind in verschiedenen Reihen erhältlich. Nicht immer gibt es allerdings auch jede Serie in Deutschland. Die bekanntesten Reihen sind:

  • Xiaomi Mi. Die erste und bekannteste Serie des Herstellers: Das Mi 1 legte im August 2011 den Grundstein für den Unternehmenserfolg. Technisch immer auf der Höhe der Zeit, meist mit leistungsstarken Snapdragon-Prozessoren versehen. Das aktuelle Modell ist das Mi 9 (siehe unten). Preise zwischen circa 300 und 500 Euro.
  • Xiaomi Mi Lite. Abgespeckte Mittelklasse-Ausführung der Mi-Reihe. Derzeit erhältlich ist das Xiaomi Mi 8 Lite mit einem etwas schwächeren Prozessor. Ab rund 200 Euro.
  • Xiaomi Redmi. Mittelklasse-Handys mit entsprechender technischer Ausstattung, schon ab circa 100 Euro zu bekommen.
  • Xiaomi Mi Mix. Die Flaggschiff-Reihe von Xiaomi: Die Geräte der Mix-Serie zeichnen sich durch innovatives Design und leistungsstarke Hardware aus. Das schlägt sich im Preis nieder: Das aktuelle Mi Mix 3 ist mit gut 500 Euro das teuerste Xiaomi-Smartphone.
  • Xiaomi Mi Max. Die Max-Reihe besitzt größere Displays als die restlichen Xiaomi-Smartphones. Das aktuelle Modell Mi Max 3 kommt auf eine Bildschirmgröße von 6,9 Zoll (17,5 Zentimeter), der Nachfolger Mi Max 4 soll sogar mit 7,2 Zoll (18,3 Zentimeter) aufwarten.
  • Xiaomi Black Shark. Speziell für Spiele ist die Black-Shark-Reihe gedacht, die mit Snapdragon-845-Chip und 8 GB RAM ruckelfreien Gaming-Spaß garantieren will. Ein optional erhältliches Gamepad soll für noch mehr Spielspaß sorgen. Allerdings lässt sich der 128 GB große interne Speicher nicht per Speicherkarte erweitern – ein Ärgernis, dass einige Xiaomi-Smartphones mit sich bringen. Für April 2019 ist das Modell Black Shark 2 angekündigt. Die Preise beginnen bei 500 Euro.
  • Xiaomi Pocophone. Das Poco F1 ist das erste Gerät der neuen Xiaomi-Untermarke Pocophone. Auch hier heißt das Motto „High-End-Ausstattung zum Kracherpreis“: Snapdragon-845-Prozessor, 6 oder 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM), 4.000-mAH-Akku, Gorilla-Glas etc. Für ca. 300 Euro ein echter China-Kracher!

Pferdefüße: Strahlung und Datenschutz.

Ohne Nachteile geht’s natürlich auch bei Xiaomi-Smartphones nicht ab: In einem auf Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz basierenden Ranking zu den Handys mit der höchsten Strahlung belegen Xiaomi-Geräte drei der ersten sechs Plätze.

Im Jahr 2014 wurde zudem bekannt, dass Geräte der damaligen Redmi-Note-Serie personenbezogene Nutzerdaten sammelten und diese an chinesische Server schickten, ohne dass die Besitzer darüber informiert waren. Kurz darauf veröffentlichte das Unternehmen ein Update, dass den ungewollten Datentransfer unterbindet.

Einen großen Vertrauensverlust in die Marke Xiaomi hat es aber nicht gegeben, wie die konstant steigenden Verkaufszahlen belegen. Wenn du dich von solchen Meldungen nicht abschrecken lässt, bekommst du bei Xiaomi Smartphones mit viel Technik für vergleichsweise wenig Geld.

Xiaomi-Smartphone: Vergleich mit Samsung und Huawei.

Wie schlägt sich das neue Top-Xiaomi-Smartphone Mi 9 im Vergleich zu anderen brandaktuellen Geräten? Hier eine Übersicht!

  • Xiaomi Mi9 (ab ca. 500 Euro)
    Prozessor: Snapdragon 855, Display: OLED; 6,4 Zoll, Auflösung: 2.340 x 1.080 Pixel, Akkukapazität: 200 mAh, Arbeitsspeicher: 6 GB, Interner Speicher: 128 GB, Hauptkamera: Triple-Kamera (48/16/12 MP), Selfie-Kamera: Single-Kamera (20 MP), Max. Videoauflösung: 4K, Anschlüsse: USB-C, Besonderheiten: kein microSD-Slot, kein 3,5-mm-Klinkenstecker.
  • Samsung Galaxy S10 (ab ca. 900 Euro)
    Prozessor: Exynos 9820, Display: Super-AMOLED; 6,1 Zoll, Auflösung: 3.040 x 1.440 Pixel, Akkukapazität: 400 mAh, Arbeitsspeicher: 6/8 GB, Interner Speicher: 128 GB, Hauptkamera: Triple-Kamera (16/12/12 MP), Selfie-Kamera: Dual-Kamera (10/8 MP), Max. Videoauflösung: 4K, Anschlüsse: USB-C, 3,5-mm-Klinke, Besonderheiten: Speicher auf 512 GB erweiterbar.
  • Huawei P20 (ab ca. 500 Euro)
    Prozessor: Kirin 970, Display: LCD; 5,8 Zoll, Auflösung: 1.080 x 2.240 Pixel, Akkukapazität: 400 mAh, Arbeitsspeicher: 4 GB, Interner Speicher: 128 GB, Hauptkamera: Dual-Kamera
    (20/12 MP), Selfie-Kamera: Single-Kamera (24 MP), Max. Videoauflösung: Full-HD, Anschlüsse: USB-C, Besonderheiten: Leica-Objektiv, kein microSD-Slot, kein 3,5-mm-Klinkenstecker.

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