Elektroautos: Das sind die verfügbaren Ladestecker und Ladekabel.

Ladestecker fürs Elektroauto gibt es viele – aber welcher ist der gängigste? Nach anfänglicher Uneinigkeit hat sich in Europa der Typ-2-Stecker für Wechselstrom durchgesetzt. Ihn gibt es zusätzlich in einer Version, die auch mit Gleichstrom zurechtkommt: dem CSS(Combined Charging System)-Stecker. Beide Systeme sind an europäischen Ladestationen und für E-Autos europäischer Hersteller zum Standard geworden.

Kommen die Elektroautos nicht aus Europa, ist entweder ein CHAdeMO(CHArge de Move)-Stecker für Gleichstrom oder ein Typ-1-Stecker für Wechselstrom an Bord. Das Ladekabel des jeweiligen Systems verfügt dann stationsseitig über den Ladestecker Typ 2. So sind auch sie an den meisten europäischen Ladestationen einzusetzen. Darüber hinaus gibt es weitere Steckertypen, die bei Elektroautos je nach Situation im Einsatz sind. Sie sind hier ebenfalls aufgelistet.

Stecksysteme für Wechselstrom (AC).

Vereinfacht gesagt gibt es bei den Ladestationen für Elektroautos zwei Varianten: Wallboxen für zu Hause oder Schnellladestationen. Sogenannte Wallboxen für das Laden zu Hause arbeiten in den meisten Fällen mit Wechselstrom und erreichen eine Ladeleistung von bis zu 44 kW. Dasselbe gilt für die meisten Ladestationen im öffentlichen Raum. Schnellladestationen arbeiten hingegen mit Gleichstrom und erreichen bis zu 170 kW Leistung.

Abbildung einer BMW Wallbox zum Aufladen von Elektroautos
Die Wallbox erreicht eine Ladeleistung von bis zu 44 kW © 2017 BMW

Die folgenden Stecker sind ausschließlich für Wechselstrom (engl.: alternating current, Abk.: AC) geeignet. Hast du an deinem Fahrzeug lediglich einen Typ-1-Anschluss, willst aber mit einem stationsseitig fest installierten Typ-2-Kabel laden, stehen entsprechende Adapter zur Verfügung.

Ladestecker Typ 2: Der „normale“ für Europa.

Dieser Stecker hat sich mittlerweile zum europäischen Standard entwickelt. Er wird aufgrund der maßgeblich an der Entwicklung beteiligten deutschen Firma Mennekes auch als „Mennekes-Stecker“ bezeichnet. Der größte Teil neu installierter Ladestationen in Europa hat mindestens einen Typ-2-Anschluss zu bieten.

Der Ladestecker Typ 2 kann sowohl fahrzeug- als auch stationsseitig per Verriegelung gesichert werden. So kannst ausschließlich du als autorisierte Person den Ladevorgang beenden und das Kabel abziehen. Kabel dieses Typs können mit der Ladestation kommunizieren, um etwa den Status zum Ladevorgang auszutauschen. Diese Funktion kann langfristig um Zusatzdienste wie einen Internetzugang ergänzt werden.

U.a. diese Modelle können per Typ 2 geladen werden:

  • BMW i3
  • BYD e6
  • Mercedes-Benz B 250 e
  • Hyundai Ioniq Elektro
  • Opel Ampera-e
  • Renault ZOE
  • Renault Kangoo Z.E.
  • Smart ED BR 453 (Coupé, Forfour, Cabrio)
  • Tesla Model S
  • Tesla Model X
  • VW e-Golf
  • VW e-up!

Ladestecker Typ 1: Ausgelegt für Nordamerika und Asien.

Dieser Ladestecker ist für das Netz in Nordamerika ausgelegt. Der Unterschied zum europäischen Typ-2-Stecker: Der Anschluss verfügt fahrzeugseitig über keine Verriegelung. Er kann jederzeit – auch während des Ladevorgangs – abgezogen werden. Hintergrund: In Amerika ist der Diebstahlschutz über eine Verriegelung nicht nötig, da das Ladekabel dort fest mit der Ladestation verbunden ist.

Auch wenn sich der Typ-2-Stecker als europäischer Standard etabliert hat: Viele amerikanische und asiatische E-Autos werden in Deutschland weiterhin mit dem fahrzeugseitigen Typ-1-Stecker verkauft. Die mitgelieferten Ladekabel haben stationsseitig einen Typ-2-Stecker, deshalb sind keine Adapter nötig.

Elektroautos: Ladestecker für Gleichstrom (DC).

Bei der üblichen Ladestation wandelt das Elektroauto vom stationsseitigen Wechselstrom zum batterieseitigen Gleichstrom (engl.: direct current, Abk.: DC) um. Bei der Schnellladung wird dieser Vorgang in die Ladestation ausgelagert. Sie lädt mit Gleichstrom und kann eine höhere Ladeleistung erzielen. Voraussetzung dafür sind entsprechende Steckersysteme.

CCS-Stecker: Typ 2 plus Gleichstrom.

Das CCS-System ist sowohl der europäische als auch amerikanische Ladestandard für Gleichstrom. Es handelt sich technisch um eine um zwei Pole erweiterte Version des Typ-1- und Typ-2-Steckers. Der Vorteil gegenüber bei asiatischen Fahrzeugen eingesetzten Steckern: Der CCS-Stecker setzt fahrzeugseitig lediglich eine statt zwei Buchsen voraus.

Aktuell bieten Ladestationen mit diesem System meistens eine Ladeleistung von 50 kW. Die nächste Generation, die derzeit fortschreitend installiert wird, soll Ladeleistungen von mindestens 150 kW unterstützen. Autohersteller wie Audi, BMW, Daimler, Opel, Porsche oder VW treiben diese Entwicklung voran.

U.a. diese Modelle können per CCS geladen werden:

  • BMW i3 (Zusatzausstattung)
  • Ford Focus Electric (ab Modelljahr 2017)
  • Hyundai Ioniq Elektro
  • Opel Ampera-e
  • VW e-Golf (Zusatzausstattung)
  • VW e-up! (Zusatzausstattung)

CHAdeMO-Ladestecker: Made in Japan.

CHAdeMO (CHArge de Move) ist der japanische Standard für die Schnellladung moderner Elektroautos. Dessen aktuelle typische Ladeleistung liegt bei 50 kW – auch hier wird die neue Generation von Ladestationen weitaus höhere Leistungen unterstützen. Im Unterschied zum CCS-Stecker unterstützt dieser Standard einen bidirektionalen Ladevorgang. So kannst du den Strom von der Batterie in die Station zurückspeisen und zum Beispiel als Notstromversorgung für dein Haus nutzen.

U.a. diese Modelle können per CHAdeMo geladen werden:

  • Citroën C-Zero
  • Citroën Beelingo Electric
  • Kia Soul EV
  • Mitsubishi EV (aka i-MiEV)
  • Mitsubishi Outlander PHEV
  • Nissan Leaf
  • Nissan e-NV 200
  • Peugeot iOn
  • Peugeot Partner Electric
  • Tesla Model S (mit Adapter)
  • Tesla Model X (mit Adapter)

Tesla Supercharger: Für Tesla-Ladestationen.

Der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla verwendet für seine hauseigenen Ladestationen diesen Standard. Es handelt sich um eine modifizierte Version des Typ-2-Steckers, die Ladeleistungen bis zu 120 kW über Gleichstrom möglich macht. Bist du etwa stolzer Besitzer eines Tesla Model S, kannst du dessen Akku mit diesem System innerhalb von 30 Minuten zu 80 Prozent laden. Hier findest du die Tesla-Ladestationen.

Elektro-Ladestation von Tesla auf einem Parkplatz
Die Supercharger-Ladestation von Tesla. © 2017 Tesla

Übersicht der gebräuchlichen Steckertypen:

Stecker-System: Typ 1.

  • Strom-Art: Wechselstrom
  • Merkmale: Keine Verriegelung
  • Verbreitung: USA/Asien
  • Schnellladen möglich: Nein

Stecker-System: Typ 2.

  • Strom-Art: Wechselstrom
  • Merkmale: Verriegelung
  • Verbreitung: Europa
  • Schnellladen möglich: Nein

Stecker-System: CCS.

  • Strom-Art: Wechselstrom/Gleichstrom
  • Merkmale: Braucht keine Extrabuchse am Fahrzeug
  • Verbreitung: Europa
  • Schnellladen möglich: Ja

Stecker-System: CHAdeMO.

  • Strom-Art: Gleichstrom
  • Merkmale: Unterstützt bidirektionales Laden
  • Verbreitung: Asien/USA/Europa
  • Schnellladen möglich: Ja

Stecker-System: Tesla.

  • Strom-Art: Wechselstrom/Gleichstrom
  • Merkmale: Auf Tesla-Modelle beschränkt, große Ladeleistung
  • Verbreitung: Asien/USA/Europa
  • Schnellladen möglich: Ja

Welcher Steckertyp wird sich durchsetzen?

Ein Ladenetz, das sich stetig vergrößert und immer schneller laden kann, ist für Besitzer von Elektroautos von entscheidender Bedeutung. Derzeit bauen Shell, BMW, Daimler, Ford und der Volkswagen-Konzern mit Audi und Porsche unter dem Label „Ionity“ die Ladeinfrastruktur für Elektroautos aus. Bis 2020 soll in Deutschland ein Netzwerk aus 400 Schnellladestationen installiert werden.

Die Stationen werden ausschließlich mit dem CCS-Standard ausgerüstet, da Förderrichtlinien des Bundes die gleichzeitige Existenz eines CHAdeMO-Anschlusses aussschließen. Gut möglich also, dass insbesondere in Deutschland der CHAdeMO-Standard weiter an Bedeutung verliert.

Das Netz an Tesla-Ladestationen wird vom US-Unternehmen ebenfalls weiter ausgebaut. Allerdings wird dieser Standard nach aktuellem Stand auch auf lange Sicht ausschließlich den Tesla-Modellen vorbehalten bleiben.

Sonstige Stecksysteme für Elektroauto und Co.

Weitere aus dem Haushalt und aus Industriebetrieben bekannte Stecker sind zum Laden von Elektroautos nur begrenzt geeignet.

SchuKo-Stecker: Herkömmlicher Haushaltsstecker.

Beim Schuko-Stecker (Schuko = Schutzkontakt) handelt es sich um den in Deutschland üblichen Haushaltsstecker. Schuko-Steckdosen sind nicht für eine dauerhafte Belastung mit der üblichen Maximalstromstärke von 16A ausgelegt und ermöglichen eine maximale Ladeleistung von 3,7 kW. Achtung: Deshalb sind Haushaltssteckdosen zur dauerhaft sicheren und schnellen Ladung größerer E-Fahrzeug-Akkus nicht geeignet. Sie können stark überhitzen und im Extremfall sogar einen Kabelbrand verursachen.

CEE-Ladestecker Blau: Klassischer „Campingstecker“.

Der blaue CEE-Stecker wurde bereits lange vor den Elektroautos für Wohnmobile und Wohnwagen eingesetzt. Auch er ist wie der Schuko-Stecker ausgelegt für das 230V-Netz, hält aber eine Stromstärke von 16A auch als Dauerbelastung aus, solange du keine unzulässige Erwärmung verursachst. Dennoch ist diese Variante inzwischen für Elektroautos unüblich. Für Wallboxen in der eigenen Garage werden in den meisten Fällen leistungsfähigere Systeme wie Ladestecker Typ 2 oder CCS genutzt.

CEE-Ladestecker Rot: „Starkstrom“ fürs Elektroauto?

Der sogenannte Bau- oder Starkstrom ist für bis zu 400V ausgelegt und wird in Deutschland meistens in zwei unterschiedlichen Größen für 16A und 32A eingesetzt. Einige Anbieter, darunter Autohersteller wie Renault, bieten dafür mobile Ladestationen an. Über diese kannst du dein E-Auto auch an den Industrie-Steckvorrichtungen sicher mit bis zu 43 kW laden.

Diese Ladekabel für Elektroautos solltest du kennen.

Bei den Ladekabeln ist die Lage weitaus überschaubarer. Hier gibt es zwei Varianten, die relevant und verfügbar sind.

Mode-2-Ladekabel: Für Haushaltssteckdosen.

Damit du dein Elektroauto als Notlösung an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose anschließen und langsam nachladen kannst, wird häufig ein Mode-2-Ladekabel mitgeliefert. Für die Kommunikation zwischen Ladeanschluss und Auto ist häufig eine ICCB (engl.: In-Cable Control Box, dt.: In-Kabel-Kontrollbox) Teil des Kabels. Über diese kannst du meistens auch die Amperestärke einstellen, um etwa bei fremden Steckdosen mit unbekannter Absicherung die Stromstärke zu begrenzen.

Mode-3-Ladekabel: Verbindet Station und Auto.

Das übliche Kabel zwischen Auto und Ladestation ist das Mode-3-Ladekabel. Es ist robust konstruiert und kann auch sehr hohe Ladeströme transportieren.

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