Fernsehen in Deutschland: Der TV-Konsum unter der Lupe.

Du kennst das vielleicht auch: Gefühlt schimpfen alle über den Rundfunkbeitrag, beschweren sich über Werbespots oder jammern, dass das Niveau des TV-Programms immer weiter sinkt. Aber guckt dann in Zeiten von Streaming und Video on Demand überhaupt noch jemand Fernsehen in Deutschland?

Wir haben für dich einige Statistiken durchforstet und das TV-Sehverhalten der Bundesrepublik genauer unter die Lupe genommen. Und: So schlecht scheint es gar nicht um das deutsche Fernsehen zu stehen.

Spot on: Das Fernsehverhalten der Deutschen.

Genau genommen heißt das Fernsehen heute nicht mehr Fernsehen, sondern es wird von Bewegtbildinhalten gesprochen. Denn: Inhalte und Programme, die früher nur über das TV-Gerät und den Sender zu empfangen waren, können heute in der Regel auch auf anderem Weg über das Internet angesehen werden.

in einem Cafe schaut ein Mann fröhlich auf sein Tablet
Mann nutzt Tablet

Dennoch hat das klassische TV bei einer Umfrage von Statista zur täglichen Nutzungsdauer von Bewegtbild in Deutschland die Nase vorne. Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer lag hier im Jahr 2016 bei 223 Minuten. Die weiteren Zahlen:

  • Online-Video kostenlos: 12 Minuten
  • TV alternativ (zum Beispiel Internet-Livestream eines TV-Senders): 7 Minuten
  • Pay-Video-on-Demand: 5 Minuten
  • DVD/Blu-ray: 5 Minuten
  • Kino: 1 Minute

Andere Studien, zum Beispiel von SevenOneMedia, kommen zu ähnlichen Ergebnissen: Auch im Vergleich mit anderen Medien schneidet das Fernsehen bei der Nutzungsdauer am besten ab. Im Jahr 2017 betrug die tägliche Nutzungsdauer durchschnittlich 248 Minuten, 2014 waren es 245 Minuten. Bei weiteren Medien sah es folgendermaßen aus:

  • Radio: 102 Minuten (2014: 129 Minuten)
  • Internet: 89 Minuten (2014: 61 Minuten)
  • Games: 32 Minuten (2014: 39 Minuten)
  • Buch gedruckt und digital: 32 Minuten (2014: 30 Minuten)
  • Print gedruckt und digital: 31 Minuten (2014: 25 Minuten)
  • DVD, Blu-ray: 5 Minuten (2014: 7 Minuten)
  • Sonstige (Kino, Musik etc.): 41 Minuten (2014: 53 Minuten)

Eine weitere Erhebung von VuMA zeigt, dass der TV-Konsum in den letzten Jahren keineswegs zurückgegangen ist. Im Jahr 2017 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 65,54 Millionen Personen, die mehrmals wöchentlich fernsahen. Im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2015 ist das eine Steigerung, nur 2014 lag die Zahl noch höher:

  • 2016: 65,18 Millionen
  • 2015: 64,81 Millionen
  • 2014: 65,66 Millionen

TV-Konsum der Deutschen: Eine Grafik – alle Infos.

Von Preisentwicklung bis Lieblingsgenre: Hier findest du alle Infos über Fernseher in Deutschland.

Infografik TV-Konsumverhalten

Hier kannst du unsere Infografik herunterladen.

Nachrichten oder Krimi? – Beliebte TV-Formate.

Geschmäcker sind eben verschieden, das zeigt sich auch daran, wie die Deutschen fernsehen. Laut einer Studie von Horizont erreichten die Öffentlich-Rechtlichen im Jahr 2016 beim Gesamtpublikum die höchsten Zuschauermarktanteile: Das ZDF erzielte 13, die ARD 12,1 Prozent. Die Zuschauergruppe zwischen 14 und 49 Jahren dagegen bevorzugte andere Sender: RTL mit 12,7 Prozent und ProSieben mit 10,4 Prozent hatten hier die größten Marktanteile.

Was 2017 besonders gut lief? Das hat das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in einer Umfrage zu den beliebtesten Fernsehformaten erfasst. Wer hätte das gedacht: Nachrichten waren mit 45 Prozent das beliebteste Format! Gefolgt von Krimis mit 27,7 Prozent und Sportübertragungen mit 26,8 Prozent auf dem dritten Platz. Die weiteren Fernsehformate im Überblick:

  • Regionale Sendungen: 25,9 Prozent
  • Tier- und Natursendungen: 25,6 Prozent
  • Reisemagazine: 22,6 Prozent
  • Quizsendungen: 19,8 Prozent
  • Serien und Filme: 19 Prozent
  • Politische Magazine: 18,1 Prozent
  • Comedy: 16,6 Prozent

Kochshows ergatterten bei der Umfrage übrigens nur 9,8 Prozent. Teleshopping-Inhalte landeten mit 1,8 Prozent auf dem letzten Platz.

Was guckst du? – Beliebte Fernsehserien der Deutschen.

Auch wenn Serien bei den beliebtesten Fernsehformaten nur auf Rang acht lagen: Bei einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2016 gaben immerhin 61 Prozent der Teilnehmer an, täglich oder fast täglich Serien im TV oder über einen Streaming-Anbieter zu schauen. 32 Prozent guckten ein- bis dreimal in der Woche und nur 7 Prozent ein- bis dreimal im Monat „Game of Thrones“, „Stranger Things“ & Co.

Hier sind die Top Five der von Statista ermittelten beliebtesten Serien in Deutschland im Jahr 2016:

  • „The Big Bang Theory“ (24 Prozent)
  • „Two and a Half Men“ (20 Prozent)
  • „Game of Thrones“ (18 Prozent)
  • „The Walking Dead“ (17 Prozent)
  • „How I Met Your Mother“ und „Die Simpsons“ (jeweils 14 Prozent)

Und was sind die beliebtesten deutschen Serien? Statista zufolge diese hier:

  • „Tatort“ (11 Prozent)
  • „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (jeweils 9 Prozent)
  • „Alles was zählt“, „Polizeiruf 110“, „Pastewka“ und „Der Lehrer“ (jeweils 6 Prozent)

Die beliebteste deutsche Serie: Der Tatort. Die beliebtesten Ermittler: Thiel und Boerne aus Münster:

Welcher Tatort hat die höchste Einschaltquote?

Das schräge Ermittler-Duo Thiel und Boerne aus dem Tatort Münster erzielt laut MEEDIA mit durchschnittlich 13,2 Millionen Zuschauern die höchste Einschaltquote der TV-Krimireihe, gefolgt von Kommissarin Lindholm aus dem Hannover-Tatort (10, 42 Millionen).

Fun Fact am Rande: Übrigens begehen Unternehmer, Manager und Selbstständige nach Angaben von Netzsieger die meisten Morde im Tatort – ob die Drehbuchautoren etwas gegen diese Berufsgruppen haben?

Guckst du noch oder streamst du schon?

Das Angebot und die Nachfrage von Streaming-Diensten werden in den nächsten Jahren weiter wachsen, bislang ist das Interesse aber noch überschaubar. Bei einer Umfrage von ARD und ZDF zur Nutzungshäufigkeit von Videostream-Anbietern in Deutschland im Jahr 2017 gaben 5 Prozent der Befragten an, die Mediatheken der TV-Sender täglich zu nutzen. 13 Prozent greifen mehrmals oder zumindest einmal pro Woche auf sie zurück, 15 Prozent ein- oder mehrmals im Monat und 10 Prozent gaben an, sie nie zu nutzen.

Über Videostreaming-Dienste wie Netflix, Maxdome & Co. schauen der Erhebung zufolge täglich 6 Prozent Serien und Filme an, 17 Prozent einmal oder mehrmals pro Woche und 10 Prozent ein- oder mehrmals im Monat. 5 Prozent nutzen sie gar nicht. Beim Nutzen dieser Dienste machen die 14- bis 29-Jährigen laut Bitkom mit 39 Prozent die größte Konsumentengruppe aus.

Führender Streaming-Dienst im Jahr 2017 war nach Angaben von EY übrigens Amazon Instant Video mit 10 Prozent. Die weiteren Anbieter:

Die Mehrheit von 77 Prozent gab bei dieser Umfrage allerdings an, gar keinen Abo-Dienst zu nutzen.

Netflix-App auf Smartphone Screen

Früher war alles besser – auch die Werbung?

Statistiken von ZAW haben die Anzahl der in Deutschland ausgestrahlten TV-Werbespots in den Jahren 2002 bis 2016 erfasst. Waren es 2002 nur 2,62 Millionen Clips, hat sich die Zahl 2016 fast verdoppelt: 4,36 Millionen Werbespots flimmerten über den Bildschirm. Damit hat sich natürlich auch die Anzahl der TV-Werbeminuten erhöht. Im Jahr 2002 lag sie bei rund 1 Million Minuten, 2016 liefen etwa 2,04 Millionen Minuten Werbung im deutschen Fernsehen.

So viele Unterbrechungen empfinden viele Zuschauer als lästig und können ihnen oftmals wenig abgewinnen. Zugutehalten muss man den Werbeleuten allerdings, dass ihre Spots heute kreativer und vielfältiger sind als noch vor zehn Jahren. Möglich macht’s: das Internet. Agenturen entwickeln oft Werbeclips, die auch im Netz funktionieren. Dort laufen sie in einer längeren Version und können kommentiert werden. An der TV-Werbung ist also nicht alles schlechter geworden, mögen musst du sie deswegen ja noch lange nicht.

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