Junges Paar lädt lachend ihr gelbes E-Auto in der Stadt auf

THG-Prämie: Einfach erklärt und beantragt.

So sicherst du dir mit der THG-Prämie einen Bonus für dein E-Auto: Alle Infos zu Höhe, Ablauf und den wichtigsten Unterschieden bei den Anbietern.


Die THG-Quote bringt dir als E-Auto-Fahrer:in bares Geld. Dahinter steckt ein staatliches System, das CO₂-Einsparungen belohnt. Wir erklären, wie die THG-Prämie funktioniert, wie hoch sie 2026 ausfällt und worauf du bei Anbietern achten solltest. So kannst du easy entscheiden, welches Modell am besten zu dir passt.

Datum: 12. Juni 2026 | Lesezeit: 6 Minuten

Was ist die THG-Quote eigentlich?

Illustration eines Sparschwein, das an einer Ladesäule auftankt

Die THG-Quote, Treibhausgas-Minderungs-Quote, ist ein gesetzliches Klima­schutz­instrument. Sie verpflichtet Mineralöl­unter­nehmen dazu, den CO₂-Ausstoß ihrer Kraft­stoffe jedes Jahr zu senken. 2026 liegt die gesetzliche Quote bei 12 %.

Davon profitierst du als E-Auto-Halter:in direkt: Dein Elektro­auto verursacht im Betrieb keine direkten CO₂-Emissionen. Diese eingesparten Emissionen werden über die THG-Quote an Unternehmen verkauft, die ihre Emissionen ausgleichen müssen. Dafür erhältst du jedes Jahr deine THG-Prämie.

Auch wenn THG-Quote und THG-Prämie oft gleich verwendet werden, gibt's einen wichtigen Unterschied: THG-Quote bezeichnet die gesetz­liche Pflicht zur CO₂‑Minderung für Mineralöl­konzerne. THG-Prämie ist der Geld­bonus, den du als E‑Auto‑Halter:in dafür aus­gezahlt bekommst.

Wer bekommt die THG-Prämie?

Ganz einfach: Wenn du im Fahrzeugschein als Halter:in eingetragen bist, kannst du die THG-Prämie jedes Jahr beantragen. Besonders lohnt sich die Prämie für diese verschiedenen Nutzer­gruppen, je nachdem, wie und womit du unterwegs bist:

  • Privatpersonen mit E-Auto:
    Du erhältst jedes Jahr eine zusätzliche, in der Regel steuerfreie Prämie.
  • Gewerbe und Unternehmen:
    Mit mehreren E-Fahrzeugen steigt auch die mögliche Gesamtauszahlung.
  • Betreiber:innen öffentlicher Ladesäulen:
    Auch über Ladeinfrastruktur lassen sich zusätzliche Einnahmen erzielen.

Die THG-Prämie gilt für alle rein elektrischen Fahrzeuge, zum Beispiel E-Autos, E-Transporter, E-LKW oder E-Motorräder. Jedes Fahrzeug kann einzeln angemeldet werden. Besonders bei größeren Fahrzeugflotten lohnt sich das oft mehrfach. Plug-in-Hybride sind seit 2022 von der THG-Quote ausgeschlossen, da sie nicht vollständig elektrisch fahren.

Eine junge Frau lehnt an ihrem E-Auto in der Stadt während sie es lädt

So kannst du die Prämie beantragen.

Die Beantragung deiner THG-Prämie ist denkbar einfach und in wenigen Minuten erledigt. Registrier dich bei einem THG-Anbieter deiner Wahl und lad ein Foto deines Fahrzeugscheins hoch. Der Anbieter kümmert sich um die Zerti­fizierung der eingesparten Emissionen beim Umwelt­bundes­amt (UBA) und den Verkauf. Wichtig ist: Reich deinen Antrag rechtzeitig ein. Meist hast du für das laufende Jahr bis Ende Oktober oder Mitte November Zeit.


  1. Anbieter wählen und sich registrieren.
    Zuerst suchst du dir einen passenden THG‑Anbieter aus und registrierst dich. Da große Käufer nur große Mengen an Zertifikaten abnehmen, bündeln diese Anbieter die Quoten und handeln so den besten Preis für dich aus.
  2. Deinen Fahrzeugschein hochladen.
    Im Kundenportal oder in der App trägst du deine persönlichen Daten sowie deine Bankverbindung ein. Zusätzlich lädst du ein Foto oder einen Scan deines Fahrzeug­scheins (Zulassungs­bescheinigung Teil I) hoch.
  3. Prüfung durch das Umweltbundesamt.
    Dein Anbieter reicht die Unterlagen beim Umweltbundesamt ein. Nach der Prüfung bestätigt das UBA deine CO₂‑Einsparung und gibt die Zertifikate frei, sodass diese anschließend vermarktet werden können.
  4. Auszahlung und Prämie erhalten.
    Je nach Modell erfolgt die Auszahlung unterschiedlich schnell: Bei der Sofort­auszahlung erhältst du dein Geld oft schon nach wenigen Tagen, bei der Standard‑Aus­zahlung nach etwa 3 bis 4 Monaten, nach der UBA‑Prüfung.

Junger Mann sitzt zuhause am Laptop am Schreibtisch schreibt in sein Notizbuch

Wie hoch ist die THG-Quote?

Die Höhe deiner Prämie richtet sich nach Aus­zahlungs­modell und Markt­preis. Um die CO₂‑Ersparnis eines E‑Autos zu berechnen, nutzt das Umweltbundesamt zwei wichtige Werte: Zum einen wird ein durch­schnittlicher Strom­verbrauch eines E‑Autos angesetzt und zwar 2.000 kWh pro Fahr­zeug und Jahr. Zum anderen kommt der CO₂-Emissionswert des deutschen Strom­mixes hinzu. Für das Jahr 2026 liegt dieser Wert bei 119 kg CO₂‑Äquivalent pro Gigajoule erzeugter Energie.


Im Vergleich zum Ver­brenner ergibt sich so die rechnerische CO₂‑Ersparnis pro E‑Auto, die als THG‑Zertifikat gehandelt werden kann. Wie viel Geld daraus wird, bestimmt anschließend der Markt – also Angebot, Nach­frage und der gewählte An­bieter. Nach Abzug einer Provision wird dir die Prämie aus­gezahlt. Pro Fahr­zeug ist die Beantragung einmal jährlich möglich.


Beim Anbieter‑Vergleich stößt du auf unter­schiedliche Auszahlungs­modelle. Sie unter­scheiden sich in Planungs­sicherheit, Höhe der Prämie und Aus­zahlungs­zeitpunkt. Unser Tipp: Magst du es planbar, ist die Fix‑Prämie die richtige Wahl – hier bekommst du einen garantierten Betrag, oft inklusive eines Bonus für Neu­kund:innen. Willst du mehr Spiel­raum nach oben, passt das variable Modell. Damit profitierst du direkt, wenn die Preise am Markt steigen.

Dein Modell Auszahlung Dein Vorteil
Fixe Prämie: Die Sichere etwa 70 bis 330 € Garantierter Betrag, unabhängig vom Markt, höchste Planungs­sicherheit
Variable Prämie: Die Mutige bis zu 450 € möglich Flexible Beteiligung am Markterlös, Chance auf höhere Auszahlung
Sofortprämie: Die Schnelle etwa 100 bis 250 € Express-Auszahlung, innerhalb weniger Tage auf deinem Konto

Quelle: nach eigener Recherche, Stand Mai 2026.

Den richtigen Anbieter finden.

Die Auswahl an THG-Anbietern ist groß: von spezialisierten Start-ups bis hin zu deinem Stromanbieter vor Ort. Doch nicht jedes An­gebot, das auf den ersten Blick eine hohe oder schnelle Prämie verspricht, passt auch wirklich zu dir.


Wichtig: Pro E-Auto kannst du deine Quote nur einmal pro Jahr verkaufen. Aber keine Sorge, du bleibst flexibel und kannst jedes Jahr neu entscheiden. Viele E-Auto-Fahrer:innen sichern sich ihre THG-Prämie direkt beim Energie­versorger – oft zusammen mit einem Autostromtarif. Hier siehst du, welcher Typ am besten zu dir passt:

Anbieter-Art Vorteile Nachteile
THG-Spezial­anbieter Oft höchste Prämien und viele Modelle: Fix, Flex, Express) Markt­preise schwanken, prüf hier die Provision
Energie­versorger Alles aus einer Hand und oft gleich mit Strom­rechnung verrechnet Prämie teils geringer als bei den Spezialisten
Vergleichs­portale Schneller Überblick und Bonus für Neu­kund:innen Support oft nur über Dritt­anbieter und generisch
Automobil­clubs & Ver­sicherungen Einfacher Prozess und hohe Seriosität Meist nur Fixprämien ohne „Bestpreis“ Angebote

Checkliste für den Anbieter-Vergleich.

  • Fixe oder variable Prämie? Willst du eine garantierte Auszahlung oder bevorzugst du eine variable Prämie?
  • Wann kommt dein Geld? Sofort per Express oder wartest du 3 bis 5 Monate, bis alles bestätigt ist?
  • Wie lange bist du gebunden? Finger weg von Abo-Fallen! Gute Anbieter binden dich nur für ein Jahr.
  • Alles klar und offen? Siehst du auf einen Blick, welche Provision einbehalten wird?
  • Wer steckt dahinter? Gibt's ein Impressum in Deutschland oder der EU und echte Bewertungen?
Eine junge Frau lächelt, während sie eine Tasse Kaffee trinkt und mit ihrem Hund auf dem Sofa sitzt

Fristen & Co.: Das musst du wissen.

Die THG-Quote ist kein „Dauerabo“ du musst sie jedes Jahr neu beantragen. Damit du deine THG‑Prämie voll ausschöpfst, merk dir diese vier Basics:

  • Der Stichtag zählt. Spätestens bis zum 15. November muss der Antrag beim UBA sein. Da Anbieter vorher prüfen, ist ihre Frist häufig schon Ende Oktober.
  • Einmal im Jahr heißt, die Quote gilt immer fürs ganze Kalenderjahr. Du musst sie also jedes Jahr neu einreichen. Viele Anbieter erinnern dich oder verlängern automatisch.
  • Die Prämie bekommt, wer im jeweiligen Jahr im Fahrzeugschein steht. Beim Gebraucht­kauf solltest du vorher prüfen, ob die Quote schon genutzt wurde.
  • Rückwirkend beantragen ist in der Regel nicht möglich. Für frühere Jahre ist eine nachträgliche Beantragung meist nur für einen kurzen Zeitraum im Folgejahr erlaubt.

Ein Mann mit Handy sitzt auf der Couch und im Hintergrund ist eine grüne Küche

THG-Quote: Wenig Aufwand, viel drin.

Illustration E-Auto lädt zuhause an einer Wallbox

Die THG-Quote macht E-Mobilität noch attraktiver. Mit der jährlichen Prämie senkst du die Kosten für dein E-Auto spürbar. Gleichzeitig zeigt die THG-Prämie ganz konkret, welchen Beitrag du zur Senkung von CO₂ im Verkehr leistest. Das System setzt dabei bewusst auf wirtschaftliche Anreize statt auf Verbote. Mineralöl­unternehmen müssen ihre Emissionen senken oder Ver­ringerungen über die THG-Quoten anrechnen lassen. Mit steigender Quote – seit 2026 sind es bereits 12 % – wächst der Druck, fossile Kraft­stoffe zu reduzieren und erneuerbare Energien stärker einzu­binden.

Für dich bleibt der Prozess einfach: Fahrzeug­schein hochladen und Prämie sichern. Der Aufwand ist gering, aber der Effekt für Konto und Klima spürbar. Gut zu wissen: Die THG-Quote ist ein lang­fristiges und faires System – es zahlen die, die Emissionen ver­ursachen. Das Prinzip kommt auch in anderen EU-Ländern zum Einsatz und bringt den Verkehr Schritt für Schritt Richtung Klima­neutralität. Und wie entwickelt sich die THG-Quote weiter? Bis 2030 und darüber hinaus steigt die Quote weiter. Bis 2040 sind 65 % geplant.

Fazit: Lohnt sich die THG-Quote?

Ja, und zwar jedes Jahr aufs Neue. Als E-Auto Fahrer:in erhältst du eine Prämie auf dein ein­gespartes CO₂. Die THG-Quote gehört einfach dazu, wenn du elektrisch unter­wegs bist. Der Ablauf bleibt einfach: An­bieter wählen, Fahrzeug­schein hochladen, Prämie erhalten. Wie viel du bekommst, bestimmst du mit deinem THG-Modell. Feste Prämien geben dir Sicher­heit mit bis zu 300 € pro Jahr. Variable Modelle lassen dich am Markt teilhaben und bis zu 450 € Prämie sind möglich.


Auch beim Timing hast du die Wahl. Je nach Tarif bekommst du dein Geld innerhalb von wenigen Tagen auf dein Konto überwiesen. Oder du wartest auf die Be­stätigung des Umwelt­bundes­amtes, dann kann die Auszahlung 3 bis 5 Monate dauern. Wichtig bei der Auswahl: Schau nicht nur auf die höchste Summe. Achte auf klare Be­dingungen, kurze Lauf­zeiten und faire Ge­bühren. Wer clever vergleicht, kann sich nicht nur einfach die THG-Prämie sichern, sondern trägt zum Um­stieg auf klima­schonendes Fahren bei.

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