Strommix in Deutschland verstehen.
Wir erklären dir, was der Strommix ist, wie er sich aktuell in Deutschland und bei Yello zusammensetzt und warum das für dich wichtig ist.
Der Strommix zeigt, aus welchen Energiequellen Strom in Deutschland stammt und was gerade aus deiner Steckdose fließt. Er ändert sich laufend, je nachdem, wie viele Windräder drehen und ob die Sonne scheint. Das wirkt sich auf den Strompreis aus, auf CO₂-Emissionen und darauf, wie nachhaltig dein Alltag wirklich ist. Das Gute: Du kannst den Strommix mitgestalten.
| Lesezeit: 0 Minuten

Das erwartet dich hier:
- Was versteht man unter Strommix?
- Einblick: Strommix in Deutschland.
- Strommix im europäischen Vergleich.
- Herkunftsnachweise für Ökostrom.
- Woher kommt mein Strom wirklich?
- Einflussfaktoren auf den Strommix.
- Ein Strommix, viele Auswirkungen.
- Zukunfts-Perspektiven des Strommixes.
- Fazit: Den Strommix für dich nutzen.
Was versteht man unter Strommix?
Der Strommix bezeichnet die Zusammensetzung der Energiearten, aus denen in Deutschland Strom erzeugt wird. Dazu gehören erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse sowie konventionelle Energieträger wie Erdgas oder Kohle. Das heißt, der Strommix zeigt alle Energieträger, aus denen aktuell Strom erzeugt und ins Stromnetz eingespeist wird. Gut zu wissen: Der Begriff Strommix wird auch oft für die Stromzusammensetzung deines Energieanbieters verwendet. Je nach Tarif stammt dein Strom aus unterschiedlichen Quellen. Auch hier geht es also um die Herkunft.
Der Strommix unterscheidet sich je nach Jahreszeit, Wetter und Tageszeit: An windigen Sommertagen liegt die Strommenge aus erneuerbaren Energien viel höher als in windstillen Winternächten. Der Strommix bezieht sich auf die sogenannte Nettostromerzeugung. Gemeint ist damit der Strom, der in Deutschland erzeugt und tatsächlich ins Netz eingespeist wird. Der Strom, den Kraftwerke oder Solaranlagen selbst verbrauchen, ist dabei bereits abgezogen. Wird dieser Eigenverbrauch mitgerechnet, spricht man von Bruttostromerzeugung.
In der Tabelle zeigen wir dir die wichtigsten Energieträger auf:
Erneuerbare Energien | Fossile Energieträger |
|---|---|
Solarenergie: Solarenergie wandelt Sonnenlicht in Strom oder Wärme um und ist sehr umweltfreundlich, aber tages- und jahreszeitabhängig. | Kohle: Kohle kann viel Energie erzeugen, ist aber als fossiler Energieträger mit hohen CO₂-Emissionen ein ziemlicher Klimasünder. |
Windenergie: Die Kraft des Windes erzeugt klimafreundlichen Strom. Windkraft ist wetter- und standortabhängig, aber voller Power. | Erdgas: Gas ist zwar sauberer als Kohle, bleibt aber ein fossiler Energieträger und muss importiert werden, Stichwort: Versorgungsrisiko. |
Wasserkraft: Flüsse und Stauseen liefern zuverlässig Strom. Eine bewährte, nachhaltige Methode, die allerdings nur an geeigneten Orten möglich ist. | Kernenergie: Im Betrieb nahezu CO₂-frei, aber die Sicherheitsrisiken sind hoch, und auch die Endlagerung der radioaktiven Abfälle ist weiterhin ungelöst. |
Biomasse: Biomasse erzeugt Energie aus organischen Reststoffen wie Holz oder Pflanzenabfällen, ist jedoch nur begrenzt verfügbar. |
Strommix ist nicht gleich Energiemix.
Strommix, Energiemix und Unternehmensmix sind nicht dasselbe und werden gerne verwechselt. Die Begriffe kurz für dich erklärt:
Strommix bezeichnet die Zusammensetzung des Stroms, der ins Stromnetz eingespeist wird. Er zeigt, aus welchen Energiequellen der Strom stammt, zum Beispiel aus Sonne, Wind und Gas.
Energiemix meint die gesamte Energieerzeugung in Deutschland. Neben Strom gehören Wärme, Treibstoffe und weitere Energieformen dazu. Er gibt also darüber Auskunft, welche Rolle die verschiedenen Energieträger im Alltag spielen.
Unternehmensmix zeigt den Strommix deines Stromanbieters. Du findest die Stromkennzeichnung zum Beispiel auf deiner Stromrechnung oder der Website des Anbieters. Dieser Mix kann sich vom deutschen Strommix unterscheiden.
Einblick: Strommix in Deutschland.
Erneuerbare Energien spielen im deutschen Strommix inzwischen die Hauptrolle. Ihr Anteil an der Brutto-Stromerzeugung in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und umfasste laut BDEW im ersten Halbjahr 2026 57,7 %, zusammengesetzt aus:
Windkraft 25,8 %
Photovoltaik 19,9 %
Biomasse 8,3 %
Wasserkraft 2,7 %
Weitere 1,0 %
Im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten zeigt sich der Fortschritt noch deutlicher: Im Jahr 2000 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Brutto-Stromverbrauch laut Umweltbundesamt noch bei mageren 6,3 %. Bis 2025 stieg er auf insgesamt 55,1 %! Außerdem wird seit 2024 in Deutschland kein Strom mehr aus Kernenergie erzeugt. Die letzten drei Atomkraftwerke wurden bereits im April 2023 abgeschaltet.
Heute mischen sich immer weniger fossile Quellen ins Stromangebot: Kohle, Gas und weitere konventionelle Energien machten nach Auswertung des BDEW im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 42,3 % an der Stromerzeugung aus. Die Energiewende kommt voran.

Strommix im europäischen Vergleich.
Der europäische Strommix zeigt, wie die einzelnen Länder ihren Strom erzeugen. Manche nutzen Kernenergie, andere bauen Wind- und Solarenergie aus. Wieder andere setzen vor allem auf Strom aus Wasserkraft. Schauen wir auf die Netto-Stromerzeugung in Deutschland, machen die erneuerbaren Energien laut Energy-Charts im Jahr 2025 62 % aus. Wind und Solar waren dabei mit den größten Anteilen vertreten.
Der europäische Durchschnitt bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen lag im gleichen Zeitraum bei 48 %. Deutschland liegt damit über dem Mittelwert für Europa – nicht schlecht, was? Im europäischen Vergleich wächst in Deutschland vor allem die Stromproduktion aus Photovoltaik besonders stark. Der Solar-Boom bringt richtig Schwung in den Strommix – und schiebt Deutschland unter die Top 10 der Sonnen-Vorreiter in Europa.
Der Strommix im Nachbarland Österreich schneidet noch deutlich besser ab: Hier werden 2025 rund 85 % des Stroms aus erneuerbarer Stromerzeugung gewonnen. Europäischer Spitzenreiter ist Norwegen: 99 % des Stroms stammen hier aus erneuerbaren Energiequellen, darunter 90 % aus Wasserkraft. Im Gegensatz dazu setzt Frankreich weiter auf Kernenergie. Nur rund 26 % des Strom fließen hier 2025 aus erneuerbaren Energien.
Strommix | Deutschland | Europa | Österreich | Norwegen | Frankreich |
|---|---|---|---|---|---|
Erneuerbare Energie | 62,3 % | 48,2 % | 84,8 % | 99,2 % | 25,6 % |
Windenergie | 31,6 % | 17,3 % | 16,4 % | 8,6 % | 9,3 % |
Solarenergie | 16,4 % | 10,4 % | 10,9 % | 0 % | 5,8 % |
Biomasse | 8,7 % | 2,9 % | 3,6 % | 0 % | 0,5 % |
Wasserkraft | 3,7 % | 17,0 % | 53,0 % | 90,2 % | 9,8 % |
Sonstige Erneuerbare | 2,1 % | 0,8 % | 0,9 % | 0,4 % | 0,2 % |
Fossile Energie | 37,7 % | 28,4 % | 15,2 % | 0,8 % | 3,7 % |
Kohle | 22,5 % | 10,2 % | 0 % | 0 % | 0 % |
Erdgas | 11,9 % | 13,8 % | 14,0 % | 0,7 % | 3,1 % |
Sonstige fossile Energie | 3,3 % | 3,1 % | 1,2 % | 0,1 % | 0,6 % |
Kernenergie | 0 % | 23,4 % | 0 % | 0 % | 70,7 % |
Strommix = Öffentliche Netto-Stromerzeugung in Europa und ausgewählten Ländern nach Energy-Charts.

So fließt der Strom in Europa.
In Europa fließt Strom über Ländergrenzen hinweg. Deutschland ist im europäischen Strommarkt gut vernetzt. Energie fließt ständig hin und her – je nachdem, wo gerade Strom gebraucht oder erzeugt wird. Gibt’s richtig viel Wind- oder Sonnenenergie, geben wir den Überschuss weiter. Und wenn bei uns Flaute herrscht, kaufen wir Strom aus den Nachbarländern ein. So bleiben Angebot und Nachfrage im Stromnetz besser im Gleichgewicht. Kurz: Der Stromhandel macht vieles einfacher.
2025 haben wir rund 76 Terawattstunden Strom importiert, vor allem aus Skandinavien, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz. Im Gegenzug wurden etwa 54 Terawattstunden aus Deutschland exportiert, zum Beispiel nach Österreich, Dänemark oder Tschechien. Gut zu wissen: Importierter Strom verändert nicht automatisch den ausgewiesenen deutschen Strommix. Der bezieht sich in der Regel auf den Strom, der in Deutschland erzeugt wird.
Aber warum importieren wir überhaupt Strom, obwohl Deutschland genügend Kraftwerke hat, um seinen Strombedarf zu decken? Ganz einfach: Weil Strom aus Wind und Wasser günstiger ist als Kohle- oder Gasstrom. Und wenn gerade an der niederländischen Küste der Wind weht und bei uns nicht, brauchen wir hierzulande keine teuren Gaskraftwerke in Gang zu setzen, sondern importieren preiswerten Strom aus dem Nachbarland.
Herkunftsnachweise für Ökostrom.
Herkunftsnachweise sind offizielle Zertifikate, die belegen, dass Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Denn: Im Stromnetz vermischen sich alle Strommengen – egal ob aus Wind, Sonne, Kohle oder Gas. Wer einen Ökostromtarif hat, bekommt physisch denselben Strom wie alle anderen.
Deshalb führt das Umweltbundesamt ein Herkunftsnachweisregister. Es stellt sicher, dass Ökostrommengen korrekt erfasst und nicht doppelt verkauft werden. Wir als Energieanbieter beschaffen diese Nachweise für deinen Tarif. So wird bilanziell sichergestellt, dass dein Verbrauch erneuerbar erzeugter Energie zugeordnet werden kann.
Woher kommt mein Strom wirklich?
Jeder Stromanbieter liefert seinen ganz eigenen Strommix, der in der Stromkennzeichnung definiert ist. Sie zeigt dir, aus welchen Quellen der Strom in deinem Tarif bilanziell stammt. Du findest sie meist auf der Website deines Anbieters, im Kundenportal, in der App oder auf deiner Rechnung.
Seit 2009 ist die Stromkennzeichnung für alle Stromanbieter verpflichtend. Sie gibt nicht nur einen Überblick über die verschiedenen Stromquellen in deinem Tarif, sondern enthält auch einen Vergleich zum gesamten Unternehmensmix und zum bundesweiten Strommix. Zusätzlich siehst du, welche Art von Ökostrom du beziehst und aus welchen Ländern dieser stammt. Auch Angaben zu CO₂-Emissionen und radioaktivem Abfall gehören dazu.
Unser Yello Strommix besteht seit 2022 zu 100 % aus erneuerbaren Energien. Der Ökostrom ist TÜV-Nord-zertifiziert und stammt aus Europa: zu 90 % aus Wasserkraft und zu 10 % aus Solarenergie. Was das für dich als Kund:in bedeutet? Null CO₂-Emissionen!

Einflussfaktoren auf den Strommix.
Der Strommix hängt vor allem vom Ausbau erneuerbarer Energien, vom Wetter, von der Tageszeit und von der Jahreszeit ab. Erneuerbare Energien machen heute mehr als die Hälfte der Stromerzeugung und des Stromverbrauchs aus und ihr Anteil steigt weiter. Weil Sonne und Wind aber nicht immer gleich stark liefern, verändert sich der Mix ständig.
Im Sommer gibt’s besonders viel Sonnenstrom, im Winter legt der Wind richtig los. Dann sind Windräder oft die Nummer eins unter den Stromquellen – an manchen Tagen liefern sie mehr als die Hälfte des Stroms. So flexibel ist unser Strommix. Schwankt der Strommix, wirkt sich das direkt auf den Strompreis aus, denn Strom aus erneuerbaren Energien ist oft günstiger als Strom aus Gas oder Kohle.
Als Verbraucher:in kannst du von diesen Preisschwankungen direkt profitieren. Mit flexiblen Stromtarifen nutzt du günstige Zeitfenster mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Diese Tarife haben entweder feste Sparzeiten am Tag oder der Strompreis passt sich dynamisch dem aktuellen Börsenpreis an. Einfach, flexibel sparen!

Ein Strommix, viele Auswirkungen.
Der Strommix hat weitreichende Auswirkungen auf das Klima, die Wirtschaft und die Gesellschaft – und damit auch auf dich. Das sind die wichtigsten Punkte:
CO₂-Bilanz: Erneuerbare Energien im gesamten Energiemix senken die Treibhausgas-Emissionen deutlich. 2025 wurden laut Umweltbundesamt rund 265 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden. Das entspricht dem jährlichen CO₂-Fußabdruck von fast einem Drittel der deutschen Bevölkerung.
Versorgungssicherheit: Dank erneuerbarer Energien können wir den Bedarf an importierten und endlichen fossilen Rohstoffen reduzieren und die Energieunabhängigkeit stärken. Aber das nur, wenn Speicher, Reservekraftwerke und der Netzausbau weiter in den Fokus rücken.
Höhe des Strompreises: Durch das Merit-Order-Prinzip werden Wind- und Solarstrom im Strommarkt priorisiert. Dadurch reduziert sich der Strompreis an der Börse. Nutzt du einen dynamischen oder variablen Stromtarif, kannst du so vom niedrigeren Strompreis direkt profitieren.
Import und Export: Deutschland baut Netze und Wasserstoff aus. Energie aus erneuerbaren Quellen macht uns wettbewerbsfähig – auch im europäischen Strommarkt. Der Mix beeinflusst, wie viel Strom wir exportieren oder importieren. Und mit dem Ausbau von Netzen und Wasserstoff geht noch mehr.
Zukunfts-Perspektiven des Strommixes.
Bis 2030 sollen mindestens 80 % unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien stammen. Für dich heißt das: mehr sauberer Strom aus der Steckdose und weniger CO₂ in der Luft. Bis 2045 will Deutschland sogar klimaneutral sein. Dafür braucht’s mehr Wind- und Solaranlagen, smarte Speicherlösungen und grünen Wasserstoff – vor allem für Industrie und Energieversorgung. Auch die Digitalisierung der Netze ist wichtig: Mit Smart Grids und intelligenten Messsystemen lässt sich Strom flexibler verteilen – je nachdem, wann und wo er gebraucht wird.
Damit wir unsere Klimaziele erreichen, werden erneuerbare Energien, Stromnetze, Speicher und die Wasserstoff-Infrastruktur weiter ausgebaut. Auch der Kohleausstieg gehört dazu: Die Kohleverstromung soll bis spätestens 2038 enden. Die Energiewende ist im vollen Gang! Ganz ohne Backup geht’s aber noch nicht. Bei Dunkelflauten und wechselndem Wetter schwankt die Stromerzeugung aus Wind und Sonne. Gaskraftwerke und bald auch grüner Wasserstoff sorgen dann für Sicherheit im Netz. Und mit mehr Speichern lassen sich Wind- und Sonnenstrom besser auffangen und gezielter nutzen.

Fazit: Den Strommix für dich nutzen.
Der Strommix zeigt dir, woher Strom in Deutschland wirklich kommt. Dank der Stromkennzeichnung erfährst du außerdem ganz genau, woher dein persönlicher Strom kommt bzw. aus welchen Energiequellen er sich zusammensetzt und wie nachhaltig er wirklich ist. Behalt aber im Kopf, dass sich die Zusammensetzung des Strommixes von Anbieter zu Anbieter unterscheidet.
Der Strommix hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt: Erneuerbare Energien machen mit 58 % auch im ersten Halbjahr 2026 den größten Anteil an der Brutto-Stromerzeugung aus. Solar und Wind verzeichnen Rekorde. Auf der anderen Seite verlieren fossile Energien an Bedeutung. Warum? Weil der Ausbau erneuerbarer Energien und die Digitalisierung unserer Energiewelt essenziell für Klimaschutz und Unabhängigkeit von Ressourcen und Importen sind.
Du kannst durch diesen Wandel selbst Teil der Energiewende werden: Mit flexiblen Tarifen profitierst du von einem täglich wechselnden Strommix. Entscheidest du dich außerdem für einen Anbieter mit grünem Strom aus erneuerbaren Energien, kannst du deinen CO₂-Fußabdruck reduzieren.
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