Vor dem Verlassen des Hauses, rupft man das Smartphone beherzt vom Ladegerät und steckt es in die Tasche. Dann zieht man hinter sich die Haustür zu, ohne die Ladegeräte aus der Steckdose gezogen zu haben. Fehler! Während die Ladegeräte allein in der Steckdose schlummern, verbrauchen sie auch ohne angeschlossenes Gerät Strom. Sie sind also im Leerlauf.

Ein Ladegerät kommt selten allein.

Ein einziges Ladegerät im Leerlauf-Verbrauch mag meine Stromrechnung nicht fett machen, aber im Falle von vier kleinen gierigen Ladegeräten pro Familien-Haushalt ist der Verbrauch schon bedeutend, auf eine Großstadt hochgerechnet sind die Ladegeräte im Schlummerzustand noch mehr ausschlaggebend und auf ganz Deutschland hochgerechnet… ach das mag man sich gar nicht vorstellen.

Eine EU Ökodesign Richtlinie hat den Ladegeräten unter 50 Watt zwar auferlegt, dass diese nur 0,3 Watt (0,0003 Kilowatt) im Leerlauf verbrauchen dürfen. Doch nicht alle Netzteil-Hersteller von Nicht-Originalware bewegen sich unterhalb dieser Grenze. Eine Ausweispflicht für den Verbrauch im Leerlauf der Netzteile gibt es nicht.

Fängt man an mit dieser Erkenntnis rumzurechnen, enttarnt man das erschreckende Ausmaß. Unter der Annahme, dass man fünf Mal in der Woche für neun Stunden das Haus verlässt und das Ladegerät ohne Aufsicht und Smartphone der Steckdose überlässt, ergibt sich bereits ein kleiner Strom-Betrag im Jahr. Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Strompreis von 28 Cent pro kWh.

Mathematik in der Ladegerät-Praxis.

Eine daraus folgende Rechnung ergibt für ein Ladegerät im Jahr Kosten in Höhe von 0,20034 Euro.

20 Cent im Jahr für ein Ladegerät klingen zwar verschwindend gering, aber ich bin ja nicht der einzige Smartphone-Nutzer in Deutschland, der sein Ladegerät in der Steckdose zurücklässt. Mit dieser Zahl für ein Ladegerät lässt sich die gesamte Situation errechnen.

In einer Familie mit vier mobilen Endgeräten stehen schon 80 Cent pro Jahr mehr auf der Stromrechnung.

Laut einer Studie von comScore leben circa 40.000.000 Smartphones in Deutschland.

Somit würde sich der Gesamt-Strompreis für Deutschland auf 8.000.000 Euro im Jahr hochrechnen lassen.

Schon in einer Großstadt wie Köln in der rund 1.000.000 Menschen leben, tummeln sich 500.000 Smartphones. Das sind 100.000 Euro, die man einsparen könnte.

Und wir reden jetzt hier nur von Smartphones, was ist denn mit zusätzlichen Ladegeräten für Tablets, E-Reader und und und? Oder was ist mit den ganz alten Stromschleuder-Ladegeräten? Es wird Zeit, die Morgenrituale um einen Punkt zu erweitern: das Ladegerät aus der Steckdose ziehen oder den Kippschalter der Steckdosenleiste ausschalten.

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