Saubere Energie

Erneuerbare Energien im Mehrfamilienhaus.

Balkonsolar, Mieterstrom oder Ökostrom aus erneuerbaren Energien: Was im Mehrfamilienhaus wirklich funktioniert und wo du am besten startest.

Um erneuerbare Energien zu nutzen, hast du als Mieter:in und Eigentümer:in im Mehrfamilienhaus verschiedene Möglichkeiten. Ob Ökostromtarif abschließen, Balkonsolar installieren oder ein größeres Projekt wie Solaranlage oder Wallbox anstoßen: Es gibt Optionen mit wenig Abstimmung. Und wenn du doch das Gespräch mit Vermieter:in, Hausverwaltung oder WEG suchst, zeigen wir dir, wie du gut vorbereitet reingehst.

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Junge Frau steht mit einem gelben Handy im Grünen vor einem Mehrfamilienhaus

Energiewende im Mehrfamilienhaus, warum?

Über die Hälfte aller Deutschen lebt im Mehrfamilienhaus. Doch gerade hier läuft bislang noch wenig in Sachen erneuerbare Energien. Dabei ist das Potenzial groß: Gebäude verursachen rund 30 % der CO₂-Emissionen in Deutschland, vor allem, weil viele Gebäude schlecht gedämmt sind oder noch der alte Heizkessel mit Gas läuft. Aber auch kleine Maßnahmen summieren sich, wenn Millionen Haushalte mitziehen.

Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Mieter:innen und Eigentümer:innen die Energiewende mitzugestalten. Zum Beispiel durch Solarstrom-Modelle wie Mieterstrom oder Energy Sharing. Außerdem ist ein Wechsel in einen Ökostromtarif mit erneuerbaren Energien einfach und in wenigen Minuten erledigt, ganz ohne Vermieter:in, Wohnungs-Eigentümer-Gemeinschaft (WEG) oder Hausverwaltung.

Dabei schließen sich nachhaltige Energiekonzepte und Kosten senken nicht aus. Wer eine Solaranlage nutzt, zahlt weniger für Strom. Wer das E-Auto direkt vor der Haustür lädt, spart sich teure Tankstopps. Förderprogramme auf Bundesebene oder in deiner Stadt unterstützen dich. Die meisten Maßnahmen zahlen sich so doppelt aus – für die Umwelt und für den eigenen Geldbeutel.

Mann spielt mit Kleinkind auf einem Spielplatz im Mehrfamilienhaus

Mögliche Maßnahmen auf einen Blick.

Als Mieter:in oder Eigentümer:in im Mehrfamilienhaus hast du in diesen drei Bereichen Möglichkeiten, erneuerbare Energien zu nutzen oder anzustoßen: beim Strom, beim Heizen und bei der Mobilität. Nicht alles lässt sich allein entscheiden – gerade größere Maßnahmen wie Wärmepumpe oder Fernwärme betreffen meist die Eigentümergemeinschaft, die Hausverwaltung oder die Vermieter:in.

Außerdem lassen sich verschiedene Optionen kombinieren, zum Beispiel Solarstrom und Wärmepumpe. Entscheidend ist, was zum Gebäude passt und wer mitmacht oder zumindest mitentscheidet. Wir geben dir einen Überblick, um zu verstehen, welche Optionen grundsätzlich infrage kommen und wo du selbst aktiv werden kannst:

  1. Ökostromtarif – Aufwand: gering
    Sofort umsetzbar, kein technischer Umbau nötig. Verkleinert den CO₂-Fußabdruck beim Stromverbrauch — und ist in zehn Minuten erledigt. Du entscheidest das selbst, ganz ohne Vermieter:in oder WEG.

  2. Balkonsolar – Aufwand: gering
    Selbst installierbar an Balkon oder Terrasse, bis zu 2.000 Watt Modulleistung erlaubt. Eine kurze Abstimmung mit Vermieter:in oder WEG ist nötig – ablehnen dürfen sie es seit 2024 nicht mehr ohne triftigen Grund.

  3. Photovoltaik fürs ganze Haus – Aufwand: mittel bis hoch
    Mehrere Parteien teilen sich eine Solaranlage – als Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) oder
    Energy Sharing. WEG, Vermieter:in oder Hausverwaltung müssen das anstoßen.

  4. Wärmepumpe – Aufwand: hoch
    Ersetzt fossile Heizungen wie die Gastherme und eignet sich als größeres Modernisierungsprojekt. Braucht einen WEG-Beschluss – seit 2020 reicht oft eine einfache Mehrheit. Die
    Umsetzung übernimmt die WEG oder Hausverwaltung.

  5. Fernwärme – Aufwand: mittel bis hoch
    Praktische Option, wenn ein Wärmenetz in deiner Stadt verfügbar ist. O
    b und wann ein Anschluss möglich ist, hängt von der kommunalen Wärmeplanung ab. Der Anschluss wird von Vermieter:in oder WEG beauftragt.

  6. Ladeinfrastruktur für E-Autos – Aufwand: mittel
    Ermöglicht Laden am Wohnort. Als Mieter:in hast du das Recht, eine Lademöglichkeit zu beantragen –
    Vermieter:innen dürfen nicht pauschal ablehnen. Die Umsetzung koordiniert die Hausverwaltung oder WEG.

  7. E-Bike- und Fahrradinfrastruktur – Aufwand: mittel
    Schnelle Lösung für klimaschonende Mobilität, oft ohne große Investition. Sichere Abstellplätze oder Lademöglichkeiten können bei Hausverwaltung oder Vermieter:in angeregt werden.

Ökostrom: Erster und einfachster Schritt.

Ein Ökostromtarif aus erneuerbaren Energien ist die einfachste Maßnahme, die Mieter:innen und Eigentümer:innen im Mehrfamilienhaus sofort und ohne Genehmigung umsetzen können. Kein Handwerksbetrieb, kein Antrag, kein Gespräch mit der Vermieterseite nötig. Der Wechsel zu einem Ökostromtarif ist in wenigen Minuten online erledigt – egal ob du zur Miete wohnst oder Eigentümer:in bist.

Ökostrom bedeutet: Dein Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen, wie Wind- oder Wasserkraft. Als Ökostrom zählt er, wenn er entweder nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wird oder ein Herkunftsnachweis belegt, dass die Strommenge tatsächlich aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde.

Beim Tarifvergleich lohnt sich ein Blick auf Verbrauchspreis, Grundpreis, Preisgarantien und Vertragslaufzeiten. Und: Ökostrom ist nicht zwangsläufig teurer als Mixstrom mit einem Anteil fossiler Energie.

Laut Umweltbundesamt entfallen rund 6 % des persönlichen CO₂-Fußabdrucks auf deinen Stromverbrauch. Das entspricht etwa 600 Kilogramm CO₂ pro Person und Jahr. Mit einem Ökostromtarif kannst du diesen Wert spürbar senken. Für viele Haushalte im Mehrfamilienhaus ist das der einfachste Einstieg in die Energiewende.

Ein glückliches Paar mit zwei Babys in der Trage steht vor einem Mehrfamilienhaus

Balkonsolar: Was geht im Mehrfamilienhaus?

Betrieb und Umsetzung eines Balkonkraftwerks sind in Deutschland unkompliziert, auch in der Mietwohnung. Die kleine Solaranlage lässt sich ohne Handwerker:in, ohne Umbau, ohne großes Budget an Balkon, Terrasse oder auf dem Garagendach befestigen und direkt in die Steckdose stecken. Ein Komplettset mit 800 Watt (Watt) erhältst du für unter 500 €.

Seit 2024 haben Mieter:innen ein gestärktes Recht auf Balkonsolar. Dein:e Vermieter:in darf die Installation nicht mehr pauschal ablehnen – eine Genehmigung ist noch vorgesehen, gilt aber als Formsache. Kurze Anfrage stellen, schriftlich bestätigen lassen, fertig. Und auch anmelden musst du das Balkonkraftwerk nicht, sondern es reicht ein kurzer Eintrag ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Ein Balkonkraftwerk besteht aus ein bis vier Solarmodulen und einem Wechselrichter. Die Einspeiseleistung ins Stromnetz ist gesetzlich auf 800 W begrenzt, die Module selbst dürfen aber eine Leistung von bis zu 2.000 W haben. Das bringt dir auch bei weniger Sonne mehr Ertrag. Überschüssigen Strom kannst du optional mit einem Speicher für später aufbewahren. Ein Speicher mit 2.500 W Leistung kostet aktuell etwa 700 €.

Eine 800-W-Anlage erzeugt je nach Standort und Ausrichtung rund 600 bis 800 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh sind das bis zu 240 € Ersparnis bei den Stromkosten im Jahr. Eine Balkonsolaranlage für 500 € amortisiert sich damit nach zwei bis drei Jahren. Mit einem Speicher steigt die Amortisierungszeit – dafür nutzt du mehr eigenen Strom, auch wenn die Sonne nicht scheint.

Frau sitzt lachend auf dem Balkon in Yoga-Position, neben einem Balkonkraftwerk

Solarstrom im MFH: deine Möglichkeiten.

Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) und Energy Sharing: Das sind drei Wege, wie Bewohner:innen im Mehrfamilienhaus von einer Solaranlage profitieren können. Bei diesen Modellen musst keine eigene Anlage besitzen und kannst gemeinsam von Solarstrom profitieren und je nach Modell die Kosten für Anschaffung und Betrieb teilen.

Die Unterschiede liegen vor allem darin, wem die Solaranlage gehört, wie der Strom verteilt wird und wer Betrieb und Abrechnung übernimmt. Der Umsetzungsaufwand ist bei allen drei Modellen ähnlich hoch. Neben technischen und rechtlichen Fragen, die es zu klären gilt, braucht es Pioniergeist und Eigeninitiative bis zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes. Solar auf dem Mehrfamilienhaus ist kein Selbstläufer. Aber spezialisierte Anbieter können bei Planung, Betrieb und Abrechnung unterstützen.

Energy Sharing

GGV

Mieter­strom

Prinzip

Solar­strom mit Nach­barn über das öffentl­iche Netz teilen

Solar­strom im MFH teilen, auf frei­williger Basis

Solar­strom im MFH teilen und Rest­strom liefern

Ge­eignet für

PV-Be­sit­zer und Nach­barn oder Com­munity

Ei­gen­tü­mer, Mie­ter und WEGs

Ver­­mieter und vor allem Mie­ter

Smart Meter

Ja

Ja

Nein

Rest­strom­vertrag

Ja

Ja

Inte­griert

Wirt­schaft­lichkeit

Ab­hängig vom fest­gelegten Solar­strom­preis, kein Selbst­läufer

Eigenen Solar­strom günstig selbst nutzen

Gün­stiger Solar­strom für Mieter, Ein­nahme für Ver­mieter, wird geför­dert

Ver­füg­bar seit

2026

2024

2017

Blaue Solarmodule auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses in der Stadt

E-Auto laden im Mehrfamilienhaus: So geht's.

Du hast zum Laden deines E-Autos zwei Möglichkeiten: an der eigenen Wallbox oder unterwegs. Als Mieter:in oder Wohnungseigentümer:in im Mehrfamilienhaus hast du einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigene Wallbox und der Einbau darf dir nicht grundlos verweigert werden. Bevor du loslegst, ist aber eine Abstimmung mit Vermieter:in oder Eigentümergemeinschaft wichtig. Bei mehreren Wallboxen kann außerdem ein intelligentes Lastmanagement gegen Netzüberlastung nötig sein. Oder du lädst einfach unterwegs – ob an der Laterne um die Ecke oder ultraschnell im Ladepark an der Autobahn.

Unterwegs laden: Ohne Wallbox und Stellplatz.

Dein E-Auto kannst du einfach unterwegs laden, vor allem wenn du in der Stadt wohnst und du im Mehrfamilienhaus keinen Stellplatz hast. Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst schnell und es gibt mehr als 200.000 Ladepunkte. So ist Parken ist das neue Tanken.

An einem normalen AC-Ladepunkt lädst du im Schnitt 10 km Reichweite in 10 Minuten – ideal, wenn du über Nacht oder am Arbeitsplatz laden kannst. Für kurze Stopps unterwegs bietet sich eine DC-Schnellladesäule an: In 10 Minuten "tankst" du hier 40 bis 50 km Reichweite.

Je nach Tarif und Ladeart kostet das Laden unterwegs 39 bis 89 Cent pro kWh. Wer spontan ohne Autostrom-Tarif für unterwegs lädt, zahlt in der Regel etwas mehr als mit Lade-App oder Ladekarte. Über die lässt sich der Ladevorgang an der Ladesäule in Sekunden starten und abrechnen.

Das öffentliche Ladenetz macht E-Mobilität auch ohne eigenen Stellplatz alltagstauglich – praktisch auch für Pendler:innen, die regelmäßig am Arbeitsplatz oder beim Einkaufen laden können.

Frau lädt ihr E-Auto mit Ladekabel vor Mehrfamilienhaus - Ihr Freund steht neben ihr

Zuhause laden: Mit Wallbox im Mehrfamilienhaus.

Wer einen Stellplatz hat, kann im Mehrfamilienhaus eine Wallbox installieren lassen. Die Zustimmung von Eigentümergemeinschaft oder Vermieter:in ist nötig, darf aber nicht grundlos verweigert werden. Sinnvoll ist es, frühzeitig weitere Interessierte ins Boot zu holen: Je mehr Bewohner:innen eine Wallbox möchten, desto eher lohnt sich ein gemeinsames Ladekonzept – inklusive Stromanschluss, Lastmanagement, Abrechnung, und Förderung.

Die Kosten für den Kauf und die Installation einer Wallbox liegen laut ADAC zwischen etwa 1.500 bis 3.000 €. Der Bund fördert die Ladeinfrastruktur im Mehrparteienhaus mit bis zu 2.000 € pro Ladepunkt – für Eigentümergemeinschaften, Vermieter:innen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Die Voraussetzung ist, dass die Infrastruktur mit erneuerbaren Energien betrieben wird, zum Beispiel mit Ökostrom oder Solarstrom vom eigenen Dach.

Nutzen mehrere Parteien die Ladeinfrastruktur, braucht es ein faires Abrechnungsmodell. Mit separaten Zählern oder einem intelligenten Abrechnungssystem könnt ihr den Verbrauch eindeutig zuordnen. So zahlt jede:r nur den Strom, den das eigene E-Auto tatsächlich geladen hat.

Illustration einer vernetzen Energiewelt mit Wärmepumpe, Solaranlage und E-Auto

Smart Meter für die intelligente Messung.

Ein Smart Meter, auch intelligentes Messsystem genannt, ist die technische Grundlage für Solaranlage, Wärmepumpe und intelligentes Laden. Es zeichnet deinen Stromverbrauch und die Erzeugung im 15-Minuten-Takt auf und übermittelt die Daten automatisch an Netzbetreiber und Stromanbieter.

Seit 2025 gibt es eine Smart-Meter-Pflicht für alle Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh sowie für größere Photovoltaikanlagen, Wärmepumpe oder Wallbox. Wenn ihr im Mehrfamilienhaus größere Energieprojekte umsetzt, dann zieht also auch meist ein Smart Meter bei euch ein.

Heizen: Mit Wärmepumpe und Fernwärme.

Beim Thema Wärme ist das Mehrfamilienhaus die Königsdisziplin, mit zwei realistischen Optionen: Wärmepumpe oder Fernwärme. Der Heizungstausch ist meist ein Gemeinschaftsprojekt von WEG, Eigentümer:innen und Hausverwaltung und setzt in der Regel eine zentrale Heizungsanlage voraus. Komplex, aber lohnenswert: Denn eine Förderung ist möglich, und Heizen ohne Gas oder Öl bedeutet oft auch weniger Kosten für alle Bewohner:innen.

Exkurs: Über die CO₂-Kosten beim Heizen.

Wer zur Miete wohnt und mit Gas heizt, beteiligt sich schon heute an den CO₂-Kosten für die Heizenergie. Und dieser Anteil steigt mit dem CO₂-Preis künftig weiter. Mit dem Gebäude-Modernisierungs-Gesetz (GModG) kommt ab 2028 eine neue Regel: Bei neuen Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen teilen sich Vermieter:in und Mieter:in die Kosten für CO₂-Preis, Gasnetzentgelte und Biogas-Anteile dann je zur Hälfte.

Läuft die Heizung mit erneuerbarer Energie, fällt grundsätzlich kein CO₂-Preis auf die Wärmeversorgung an. Eine Umstellung auf Wärmepumpe oder Fernwärme macht die Heizung damit nicht nur zum Umwelt-, sondern auch zum Finanzthema – für Eigentümer:innen und Mieter:innen gleichermaßen.

Wärmepumpe im MFH: Vorgehen und Förderung.

Eine Wärmepumpe holt sich ihre Energie direkt aus der Umwelt – aus Luft, Wasser oder Erde – und benötigt nur etwa ein Viertel Strom bezogen auf die gesamte Heizleistung. Im Mehrfamilienhaus lohnt sich am ehesten eine zentrale Anlage für das ganze Gebäude. Sind im Haus noch einzelne Gasetagenheizungen? Dann können Eigentümer:innen entweder einzeln tauschen oder prüfen, ob eine zentrale Lösung die bessere Wahl ist.

Der Einbau der Wärmepumpe zählt als bauliche Veränderung, deshalb muss darüber die Eigentümerversammlung per einfacher Mehrheit entscheiden. Das Ganze braucht allerdings Zeit: Am besten setzt du das Thema frühzeitig über die Hausverwaltung auf die Tagesordnung. Weiter unten findest du eine Schritt-für-Schritt Empfehlung für das WEG-Gespräch.

Die Kosten für eine zentrale Wärmepumpe teilt sich die WEG meist nach den Miteigentumsanteilen auf. Der Verbrauch wird über eigene Wärmezähler erfasst und so fair auf die einzelnen Wohnungen verteilt. Beim Umbau unterstützt der Staat finanziell: Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt's bis zu 70 % Förderung für selbstnutzende Eigentümer:innen. Vermietende Eigentümer:innen können sich eine Grundförderung von 30 % sichern.

Als Mieter:in hast du bei der Wahl der Heizungsanlage kein Mitspracherecht und keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Wärmepumpe. Aber: Vermieter:innen dürfen die Modernisierungskosten für die Umrüstung auf eine Wärmepumpe auf dich umlegen – maximal 50 Cent pro m² im Monat. Das ist die sogenannte Modernisierungs-Mieterhöhung. Die gute Nachricht: Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme, was die Heizkosten senkt und die Mieterhöhung oft ausgleicht.

Moderne Mehrfamilienhäuser mit einer Wärmepumpe an der Hauswand

Fernwärme: Ohne eine eigene Heizung im Haus.

Fernwärme bedeutet: Euer Haus bezieht seine Wärme über das lokale Wärmenetz und nicht aus einer eigenen Anlage. Die entscheidende Frage für diese Option: Liegt euer Mehrfamilienhaus überhaupt in einem Fernwärmegebiet? Ohne Wärmenetz vor Ort ist ein Anschluss nicht möglich. Das lässt sich direkt mit dem zuständigen Stadtwerk oder der Gemeinde klären.

Fernwärme ist besonders interessant, wenn kein Platz für eine Wärmepumpe vorhanden ist – etwa in dicht bebauten Stadtlagen. Der größte Unterschied zur Wärmepumpe: Man ist zwar an den lokalen Fernwärme-Anbieter gebunden, spart dafür aber Platz und Wartungsaufwand. Außerdem braucht Fernwärme keine niedrigen Vorlauftemperaturen und funktioniert auch in ungedämmten Altbauten mit klassischen Heizkörpern.

Beachte dabei: Wärmenetze setzen zwar zunehmend auf erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), viele laufen zum Teil aber noch mit fossilen Brennstoffen. Ihr solltet also den Energiemix für die Fernwärme vorab prüfen, sonst fallen auch hier CO₂-Kosten an. Außerdem haben Fernwärmeverträge oft lange Laufzeiten und anders als beim Strom ist ein Anbieterwechsel nicht möglich.

In der WEG entscheidet ihr gemeinsam per einfacher Mehrheit. Die Förderung läuft wie bei der Wärmepumpe: Über die KfW-Heizungsförderung gibt's bis zu 70 % für selbstnutzende Eigentümer:innen bzw. 30 % für Vermietende. Hinzu kommen die Kosten für den Tiefbau auf deinem Grundstück. Die sind aber meist schon Teil des Angebots vom Versorger. Die Gesamtkosten teilt sich die WEG über die Miteigentumsanteile.

Illustration einer Katze, die auf einer Wärmepumpe liegt

Wohlig warm mit Wärmestrom im MFH.

Du hast eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus? Dann heizt du bestenfalls nicht mit Haushaltsstrom. Unsere Wärmestromtarife sind speziell für Wärmepumpen gemacht und enthalten reduzierte Netzentgelten. So zahlen die Bewohner:innen je nach Tarif deutlich weniger für ihren Heizstrom. Der Weg dahin? Den passenden Tarif auswählen und einfach online wechseln.

Für Eigentümer:innen: Vorgehen in der WEG.

Seit der WEG-Reform 2020 reicht in vielen Fällen eine einfache Mehrheit, um Maßnahmen wie eine Solaranlage oder Ladeinfrastruktur zu beschließen. Klingt erst mal einfach, aber der Prozess kann wegen Abstimmungsaufwand und WEG-Abläufen einige Monate dauern. Du musst das aber nicht alleine stemmen: Mit Verwaltung, spezialisierten Dienstleistern und einer Energieberatung teilst du die Aufgaben und arbeitest sie Schritt für Schritt ab.

  1. Erst informieren, dann in die Runde.
    Bevor du das Thema in die Eigentümerversammlung trägst, lohnt sich ein Blick auf die Basics. Was ist technisch möglich? Was kostet es ungefähr? Welche Förderung gibt es? So kommst du vorbereitet rein – nicht mit einer losen Idee.

  2. Mitstreiter:innen suchen.
    Eine Einzelstimme hat wenig Gewicht. Sprich vorher informell mit anderen Eigentümer:innen: Wer ist grundsätzlich offen? Wer hat selbst schon darüber nachgedacht? Eine kleine Koalition vor der Versammlung macht den Unterschied.

  3. Antrag auf die Tagesordnung.
    Reich den Antrag rechtzeitig bei deiner Hausverwaltung ein, inklusive Beschreibung der geplanten Maßnahme.
    Das solltest du schriftlich machen, am besten mehrere Wochen vor der Versammlung.

  4. Angebote einholen, Förderung prüfen.
    Als Beschlussvorlage brauchst du konkrete Zahlen. Hol mindestens zwei bis drei Angebote von Fachbetrieben ein, check die Fördermöglichkeiten und binde die Verwaltung in die Koordination ein. Eine Energieberatung kann dabei helfen.

  5. Abstimmen, einfache Mehrheit.
    Für viele Maßnahmen reicht eine einfache Mehrheit – Solaranlage, Wallbox-Infrastruktur oder Wärmepumpe. Wer überstimmt wird, muss die Maßnahme dulden, muss sich aber nicht an den Kosten beteiligen, wenn er oder sie nicht davon profitiert.

  6. Kosten und Abrechnung klären.
    Wer trägt welche Kosten? Wie werden Einsparungen oder Erträge aus Solarstrom auf die Parteien verteilt? Das solltet ihr im Beschluss oder einem Nutzungsvertrag klar regeln, sonst gibt es später Diskussionen.

Tipp: Es gibt spezialisierte Dienstleister, die WEGs bei genau diesem Prozess begleiten – von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage, inklusive Kommunikation mit der Eigentümer-Gemeinschaft und Abwicklung der Förderanträge. Das lohnt sich besonders bei Solar- und Ladeinfrastruktur-Projekten.

Eine Frau im gelben Pullover lehnt sich entspannt im Wohnzimmersessel zurück

Fazit: Einfacher starten als gedacht.

Egal ob Mieter:in oder Eigentümer:in: Der erste Schritt Richtung erneuerbare Energie im Mehrfamilienhaus ist einfacher als gedacht. Du musst nicht alles auf einmal umbauen und du musst auch nicht immer auf andere warten.

Als Mieter:in kannst du heute noch loslegen: zum Ökostromtarif mit erneuerbaren Energien wechseln, ein Balkonkraftwerk installieren oder mit einem Autostromtarif laden. Ohne Vermieter:in, ohne WEG, ohne Warten. Und wenn dein:e Vermieter:in oder die Hausverwaltung offen ist, lohnt sich auch ein Blick auf Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung oder Ladeinfrastruktur vor der Haustür.

Als Eigentümer:in in einer WEG geht es vor allem darum, gut vorbereitet ins Gespräch zu gehen: Informationen sammeln, Mitstreiter:innen suchen, Förderoptionen checken und Schritt für Schritt vorgehen. Seit der WEG-Reform 2020 reicht in vielen Fällen eine einfache Mehrheit, um Solaranlage, Ladeinfrastruktur oder Wärmepumpe zu beschließen.

Die Möglichkeiten im Mehrfamilienhaus wachsen und der beste Zeitpunkt zum Starten ist jetzt.

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